WhatsApp und der Status quo

„Datenschutz? Pff. Wer braucht das. AGB? Kann man das essen? Privatsphäre? Joa, die machen das schon. Hab‘ ja eh nix zu verbergen. Was kümmern mich das Sicherheitsgeplänkel.“ – Wenn Du diese Meinung vertritts, dann habe ich hier was für Dich. Natürlich freue ich mich, wenn auch alle andersdenkenden hier weiterlesen würden 😉 .

Rising Star WhatsApp

Lange habe ich kein Smartphone mit Android oder iOS genutzt, genauso lange habe ich auch mit der Nutzung von WhatsApp gewartet. Damals, als es noch etwas kostete, war die Hemmschwelle für viele (einschließlich mir) doch etwas höher, Geld für diese Apps auf den neuen, modernen Dingern auszugeben. Trotz des Minimalbetrags von 0,89 € für die werbefreie Nutzung von WhatsApp (ab dem zweiten Nutzungsjahr) stieg die Nutzerzahl rasant an. Als dann noch die Gebühren wegfielen, stand dem Aufstreben der App nichts mehr im Wege. Zu dieser Zeit habe dann auch ich angefangen, WhatsApp zu nutzen. Nun ja, mehr oder weniger.

Doch dann kam BigBrother Facebook daher, der kurz davor auch schon Instagram verschlungen hatte. Die Befürchtung bei den Nutzern war groß, dass sich WhatsApp nun mehr an Facebook angliedern würde. Doch die Entwarnung kam schnell im Blog von WhatsApp selbst. Ein Absatz lautete: „Und das wird sich für euch, unsere Benutzer, ändern: Nichts.“ Okay, wäre das auch geklärt.

BigBrother is watching you

Allerdings hatte BigBrother Facebook dann doch, ganz überraschend, etwas anderes im Sinn. Ich will an dieser Stelle auf den sorgfältig recherchierten Artikel von Boris hinweisen, der mit der Frage „Wie, Du bist nicht bei Whatsapp?“ recht gut auf die heutigen Verhältnisse und Erwartungshaltungen in Bezug auf WhatsApp eingeht. Schlussendlich ist die Intention dahinter, einen alternativen Messenger zu nutzen, um dem Datenwal nicht noch mehr Datenplankton einzuverleiben.

Ich an dieser Stelle war schon des öfteren kurz davor, WhatsApp zu deinstallieren. Ich habe Threema, Telegram, Signal, Wire und XMPP/Jabber. Über sämtliche Kanäle bin ich erreichbar. Von meiner Kontaktliste, die etwas weniger als 90 Personen umfasst, kann ich über alle bei mir installierten Clients gerade mal vier erreichen – und dabei weiß ich auch nicht wirklich, ob sie darauf überhaupt reagieren. WhatsApp hat einfach einen Status quo erreicht, bei dem schlicht jeder davon ausgeht, dass sein Gegenüber WhatsApp installiert hat.

Wäre ich nicht bei den ganzen Organisationen, die WhatsApp zur schnellen Abklärung oder Terminfindung nutzen würden, hätte ich die App tatsächlich schon runter geschmissen. Meine Privatkonversationen mit anderen auf WhatsApp begrenzt sich auf einen Chat pro Woche, wenn überhaupt. Daher könnte ich getrost darauf verzichten.

Ein Appell

Es ist wie ein Schrei, der im Wald verhallt. Es interessiert die Masse genauso wenig wie eine Fliege den Elefanten. Es ist genauso anstregend wie die Verbreitung der Nachrichtenverschlüsselung. Schade eigentlich. Vielleicht brauchen wir doch einen „Big Bang“, eine Eskalation, ein großes Datenleck, dass einem die Augen öffnet.

Die Menschen sind faul und bequem. Wieso sollte man also auf eine Plattform wechsel, auf der (noch) keiner ist? Warum die Arche verlassen und auf ein Floß wechseln? Krasse Vergleiche? Hmm, mag sein. Daher an dieser Stelle nochmals die Leseempfehlung für den Blogbeitrag „Wie, Du bist nicht bei Whatsapp?“ von Boris Pohler. Wie denkst Du darüber? Ähnliche Situation?

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