Via Claudia Augusta – Tag 1: Donauwörth – Landsberg am Lech

Morgens um sieben klingelte der Wecker; nun ja, das Handy 😉 . Es war ein sonniger, kühler morgen. Vereinzelt waren noch Laternen vom Sommernachtsfest des Kanu-Clubs zu sehen und das große Lagerfeuer glimmte mit leichten Rauchfahnen vor sich hin. Ich war nicht der erste, der wach war. Unser Zeltnachbar kochte sich bereits einen Kaffee. Am Vorabend erfuhren wir noch, dass neben den Zeltern auch eine Gymnasialklasse aus Rottweil campierte. Was sie hier genau machten habe ich nicht mehr in Erinnerung, allerdings waren einige von ihnen noch bis spät in die Nacht hinein zu hören.

Von Donauwörth nach Augsburg

So langsam erwachte auch der Rest des Zeltdorfes. Ich ließ mir mein Frühstück, bestehend aus Brötchen mit Marmelade, schmecken und machte mich im Sanitärraum des Platzes frisch. Erwartet hat mich dort allerdings ein See. Die Duschen und Toiletten waren leicht erhöht gebaut und unter dem Container tropfte bereits das Wasser herunter. Der ganze Raum stand unter Wasser. Trotz schläfrigem Gedränge der Gymnasiasten an Waschbecken und Duschen konnte ich ich doch noch ein Waschbecken für mich ergattern. Anschließend baute ich mein Zelt ab und machte mein Fahrrad abfahrbereit.

Der Campingplatz des Kanu-Clubs Donauwörth

Morgens am Campingplatz. Noch ist es ruhig, der erste Kaffee ist schon in Arbeit.

Gegen halb zehn fuhren wir los. Mit einem kleinen Zwischenstopp an der Tankstelle steuerten wir den ersten Meilenstein der Via Claudia Augusta bei Nordendorf an. Nach einem kurzen “Startfoto” ging es dann auf in Richtung Augsburg. Die Strecke dahin verlief in der ersten Hälfte auf asphaltierten Radwegen neben Straßen. Glücklicherweise hatten wir keinen Gegenwind, denn die Strecke würde bis Landsberg am Lech kontinuierlich ansteigen. Zwar ist die Steigung nur marginal, dennoch merkt man sie, wenn man stetig gegen sie (inkl. Gepäck) “anradeln” muss. Der zweite Teil der Strecke bis nach Augsburg führte am Lech entlang. Der Schotterweg dauerte bis kurz vor die Grenzen der Fuggerstadt an. Gegen 13:00 Uhr kamen wir schließlich im knapp 50 Kilometer entfernen Augsburg an. Dort machten wir in der Innenstadt Pause und aßen beim Chinesen.

Pause in der Augsburger Innenstadt

Ein Mittagessen mitten in Augsburg am Sonntag. Einiges los auf den Straßen.

Die Zeit verflog wie im Flug. Gegen 14:30 Uhr drängte ich dann zur Weiterfahrt. Immerhin würden wir nochmal so viel Strecke machen müssen, wenn wir es zu unserem Etappenziel nach Landsberg am Lech schaffen wollten. Doch aus Augsburg kamen wir nicht raus, ohne einen Abstecher zur berühmten Augsburger Puppenkiste gemacht zu haben. Nach kurzer Orientierung fanden wir schließlich das Gebäude und machten Erinnerungsfotos. Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Hochablass, den wir aber nur streiften und nicht direkt ansteuerten. Die Dörfer hinter Augsburg konnten größtenteils auf asphaltierten Wegen durchfahren werden. Lediglich bei Graben kam nochmal ein längeres Stück Schotterweg. Landschaftlich war es noch relativ unspektakulär, sodass ich auch an diesem Tag so gut wie keine Fotos schoss. Für mich war es ein gewohntes Landschaftsbild. Über acht Stunden waren wir bereits unterwegs, als wir endlich den Stadtrand von Landsberg am Lech erreichten.

Campingplatz?

Vor der Augsburger Puppenkiste

Wer kennt sie nicht…

Der Campingplatz war kurz hinter Landsberg am Lech gelegen. Dummerweise (oder vielleicht auch glücklicherweise) wussten wir beide nicht, dass er oben auf einem Hügel lag. Wir fuhren erschöpft – und voller Vorfreude auf den Campingplatz – in die Stadt. Allerdings war da nirgends ein Schild zu sehen. Die bikeline-Karte war leider nicht detailliert genug, als das wir den genauen Straßenverlauf hätten nachvollziehen können. Also befragten wir Tante Google nach der Adresse. Wir staunten darauf nicht schlecht, als wir in Landsberg durch ein Stadttor gelotst wurden und am Fuße einer nicht gerade moderaten Steigung standen. Die Krönung des heutigen Tages. Nach knapp 100 Kilometer fanden wir das natürlich total Super! Langsam kämpften wir uns hinauf. Oben angelangt fragten wir sicherheitshalber einen Passanten, ob wir wirklich richtig wären. Hätte er damals etwas anderes als “Ja” geantwortet, weiß ich nicht, was passiert wäre… 😉

Das "Schnitzel Hawaii" vom Schnitzelhaus in Landsberg am Lech

Etwas zu süß für meinen Geschmack.

Gegen halb acht erreichten wir schließlich den Platz “Camping in Landsberg am Lech“. Ausgepowert wie wir waren, gönnten wir uns nach dem Zeltaufbau als Abendessen ein Schnitzel im “Schnitzelhaus” des Campingplatzes. Die Bezeichnungen der Schnitzelgerichte waren alle einem bestimmten Land zugeordnet. Je nach Land hatte man andere Beilagen oder eine andere Machart der Schnitzel. Von Österreich, Frankreich, England, Indien, Griechenland, Spanien, Schweden und vielen anderen Ländern war alles mit dabei. So war das “Schnitzel Hawaii” beispielsweise mit Ananas, Preiselbeeren und (für mich eine völlige Geschmacksverirrung) Sahne im Programm. Fazit: Eindeutig zu süß. War nicht so mein Fall, aber das Schnitzel selbst war einwandfrei und zart. Wer weiß, vielleicht komme ich ja nochmal in die Gegend und probiere Schweden aus. Klang auch lecker, mit Schinkenröllchen und Sahnekäse gefüllt… .

Gegen 22:00 Uhr schleppte ich mich dann noch in die Dusche. Der Sanitärraum wirkte etwas heruntergekommen. Die Duschen waren in Ordnung, die Toilettenabteilung würde sich allerdings über eine Sanierung sicherlich freuen. Anschließend ging es ab ins Zelt. Ich glaube, es ist nicht sonderlich erwähnenswert, dass ich danach nicht lange zum Einschlafen brauchte.

Navigation

Da bestimmt früher oder später die Frage nach der Navigation kommt, möchte ich das hier nun mal vorweg beantworten. Gefahren bin ich auf zwei Arten: Zum einen hatten wir beide die eben erst erschienene Ausgabe des bikelines vom Verlag Esterbauer, zum anderen habe ich die Via Claudia-Route von Outdooractive am laufen gehabt. Ein Mix aus Karte und GPS. Beide hatten ihre Vor- und Nachteile, aber das werde ich an gegebener Stelle nochmals aufgreifen.

Aufgezeichnet habe ich die Tour übrigens auch. Aktuell ist sie auf Strava zu finden. Eventuell extrahiere ich die und setze den Track auf eine andere Plattform, die für sowas besser geeignet ist. Habt ihr da zufällig passende Vorschläge parat?

Ich binde hier mal testweise was ein:

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